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Hurrikan Maria: Ein Jahr danach

Hurrikan Maria zerstörte 80 Prozent der Strommasten und alle Überlandleitungen Puerto Ricos, was zum Stromausfall für fast alle 3,4 Millionen Einwohner der Insel führte.

Die Szenerie der totalen Verwüstung

Ivonne Ramirez hatte bereits einige Wirbelstürme erlebt, aber auf die geballte Wucht des tropischen Hurrikans Maria, der am frühen Morgen des 20. September 2017 über ihre Insel hinwegfegte, war selbst die gebürtige Puerto Ricanerin nicht vorbereitet. Ä¢¹½´«Ã½žGegen Mitternacht hörten wir einen lauten Krach und einen Knall. Mein Sohn fing an zu schreien, und ich rannte los, um nachzusehen, was passiert war. Es war wie in einem HorrorfilmÄ¢¹½´«Ã½œ, erinnert sich Ramirez. Ä¢¹½´«Ã½žEs fühlte sich an, als ob uns der Hurrikan von der Insel fegen wollte.Ä¢¹½´«Ã½œ

Aber erst als der graue und verregnete Morgen dämmerte, wurde Ramirez das ganze Ausmaß der Verwüstung klar. Die Straßen in ihrer Siedlung waren wegen umgestürzter Bäume und herabgefallener Stromleitungen weitgehend unpassierbar. Das Strom- und Telefonnetz der gesamten Insel war zusammengebrochen. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme zuhause wusste Ramirez, was sie als Nächstes tun musste: so schnell wie möglich nach Los Paseos kommen, der größten Dialyseklinik von Ä¢¹½´«Ã½ auf der Insel, um nachzusehen, ob ihre Arbeitsstätte Schaden genommen hatte. Als Klinikleiterin wusste sie nur zu gut, dass das Überleben ihrer Patienten davon abhing, dass sie sofort alles Notwendige organisierte.

Bereit für Patienten nach 24 Stunden

Ä¢¹½´«Ã½žWir hatten uns, so gut es ging, auf Maria vorbereitet und unseren Patienten die nötigen Ressourcen an die Hand gegeben: einen Ernährungsplan für den Katastrophenfall, Behandlungsanweisungen und die Nummer der Notfall-Hotline. Aber wir hatten nicht mit diesem Ausmaß der Verwüstung gerechnet Ä¢¹½´«Ã½“ und ich wollte die Klinik so schnell wie möglich wieder einsatzbereit haben.Ä¢¹½´«Ã½œ Ramirez gelang es, ihre wichtigsten Ansprechpartner für Reparaturen und einige Klinikmitarbeiter zu erreichen. So war Los Paseos die einzige Dialyseeinrichtung in ganz Puerto Rico, die schon am Morgen des 21. September wieder Dialysepatienten aufnehmen konnte.

Ä¢¹½´«Ã½žEs war ein eindrucksvolles BildÄ¢¹½´«Ã½œ, sagt die Klinikleiterin. Ä¢¹½´«Ã½žMehr als 200 Menschen warteten, um behandelt zu werden, aber meine Mitarbeiter und ich haben es geschafft: Obwohl wir nur 60 Behandlungsplätze haben, konnte jeder Einzelne für drei Stunden an die Dialyse. Wir haben um acht Uhr aufgemacht und waren erst am nächsten Morgen um drei Uhr fertigÄ¢¹½´«Ã½œ, so Ramirez. Die Geschichte von Los Paseos und wie die Klinik in kürzester Zeit die lebensrettende medizinische Versorgung von Dialysepatienten wiederaufnehmen konnte, war nicht nur ein seltener Hoffnungsschimmer nach dem verheerenden Sturm, sondern zeigt auch, wie wichtig es ist, einen gut durchdachten Plan für den Katastrophenfall zu haben.

Mitarbeiter der Dialyseklinik von Fresenus Medical Care kümmerten sich um rund 200 Patienten nach dem verheerenden Wirbelsturm.

Unsere Eingangshalle wurde zur wichtigsten Adresse für alle Dialysepatienten auf der Insel.

Ivonne Ramirez

Klinikleiterin Ä¢¹½´«Ã½

Bop Loeper und ein Kollege stapeln Lebensmittel und Versorgungsgüter in einem Lager von Ä¢¹½´«Ã½.

Trinkwasser- und Treibstoffvorräte sichern

Während Puerto Rico versuchte, zu einem halbwegs normalen Alltag zurückzufinden, landeten Experten von Ä¢¹½´«Ã½ mit gecharterten Flugzeugen auf der Insel, um zu helfen. Mit an Bord hatten sie unter anderem Paletten voller Nahrungsmittel und anderer lebenswichtiger Vorräte. Sie arbeiteten gemeinsam mit örtlichen Mitarbeitern wie Ivonne Ramirez rund um die Uhr, um den Nachschub mit Trinkwasser und Treibstoff für die insgesamt 28 Ä¢¹½´«Ã½-Kliniken auf der Insel sicherzustellen.

Ä¢¹½´«Ã½žDie ersten zehn Tage nach dem Sturm waren kritisch. Jeden Tag musste mindestens eine Klinik vorübergehend schließen, weil ihr das Wasser oder der Dieseltreibstoff ausgegangen war. Am schlimmsten aber war der völlige Zusammenbruch des KommunikationsnetzesÄ¢¹½´«Ã½œ, sagt Bob Loeper, Vice President Operations Support and Business Continuity. Kaum gelandet, setzte sich Loeper mit dem offiziellen Notfallzentrum der Insel in Verbindung, um Wasser- und Treibstofflieferungen für die Ä¢¹½´«Ã½-Kliniken zu organisieren.

Die Auswirkungen des Wirbelsturms stellten Loepers Team vor zwei riesige Herausforderungen: Sie mussten dafür sorgen, dass die Kliniken betriebsbereit waren, um Patienten mit den lebensnotwendigen Dialysebehandlungen zu versorgen. Dazu mussten aber die Generatoren am Laufen gehalten und die Wasservorräte regelmäßig erneuert werden. Als Maria über die Insel fegte, lebten insgesamt 6.000 Dialysepatienten auf Puerto Rico, von denen rund 4.200 von Ä¢¹½´«Ã½ betreut wurden. Die Behörden hatten wegen Hurrikan Irma zudem weitere 89 Patienten von St. Thomas, einer der Amerikanischen Jungferninseln, nach Puerto Rico gebracht, die nun ebenfalls in Los Paseos versorgt werden mussten.

Kontakt halten über Satellitentelefon

Nach offiziellen Schätzungen hatte Maria rund 41.000 Erdrutsche ausgelöst. Damit waren von Puerto Ricos gesamtem Straßennetz von 27.000 Kilometern Länge nur noch 644 Kilometer passierbar. Laut der Federal Emergency Management Administration (fema), die in den USA für Katastrophenhilfe zuständig ist, waren alle 3,4 Millionen Einwohner der Insel am Tag nach dem Sturm ohne Strom, und nicht nur das komplette Festnetz, sondern auch 95 Prozent aller Mobilfunkmasten waren ausgefallen. Ä¢¹½´«Ã½ charterte insgesamt sieben Frachtflugzeuge und brachte damit Dialyse-Equipment, Wasser, Nahrungsmittel und Berufskleidung auf die Insel. Ä¢¹½´«Ã½žWir haben alles Mögliche herangeschafft, um sie zu versorgenÄ¢¹½´«Ã½œ, berichtet Loeper. Dennoch gelang es den Ä¢¹½´«Ã½-Mitarbeitern, mithilfe einer ganzen Reihe unterschiedlicher Kommunikationsmittel miteinander Kontakt zu halten.

Mindestens ebenso drängend war die Unterstützung der rund 1.000 Mitarbeiter von Ä¢¹½´«Ã½ und deren Angehörigen. Bei vielen von ihnen hatte der Wind und der Regen die Häuser beschädigt oder völlig zerstört. Dennoch kamen sie täglich zur Arbeit in die Kliniken, um Leben zu retten.

Als eine der Lehren aus dem Hurrikan hat das Unternehmen die Zahl der privaten Generatoren auf der Insel von anfänglich rund 100 auf 370 erhöht, um die Häuser seiner Mitarbeiter mit Strom zu versorgen. Zusätzlich wurden zwei Notstromaggregate für die Kliniken auf die Insel gebracht. Zudem wurden auf der gesamten Insel geschützte Treibstoffdepots eingerichtet, in denen jeweils rund 1.300 Liter Benzin lagern. So können Mitarbeiter ihre Autos betanken und die Tanks der benzinbetriebenen Generatoren ohne stundenlanges Warten an einer Tankstelle auffüllen. Ä¢¹½´«Ã½žWir haben ein ganz einfaches MottoÄ¢¹½´«Ã½œ, verrät Loeper. Ä¢¹½´«Ã½žWir kümmern uns um unsere Mitarbeiter, damit sie sich um unsere Patienten kümmern können.Ä¢¹½´«Ã½œ Er hat sich dafür eingesetzt, dass die Kliniken künftig besser auf einen Komplettausfall der Kommunikationsnetze vorbereitet sind. Deshalb sind die Kliniken von Ä¢¹½´«Ã½ auf Puerto Rico jetzt nicht nur mit Satellitentelefonen, sondern auch mit einem halben Dutzend Amateurfunkgeräten ausgestattet und Mitarbeiter werden für den Erwerb einer Funklizenz ausgebildet.

Weltweit best practices teilen

Ä¢¹½´«Ã½ hat die Lehren aus dem Hurrikan auf Puerto Rico mit seinem gesamten Team weltweit geteilt. Ä¢¹½´«Ã½žWir verfügen nun über einen globalen Planungsstab für solche Fälle, dem Fachleute aus Europa, Nord- und Südamerika sowie der Region Asien-Pazifik angehörenÄ¢¹½´«Ã½œ, so Loeper. FEMA hat rund 1,6 Milliarden US-Dollar für Notreparaturen von Wohnhäusern zur Verfügung gestellt und weitere 1,4 Milliarden US-Dollar für Darlehen an Eigentümer, die ihre Häuser reparieren oder wiederaufbauen wollen und für die Unterbringung in Ausweichquartieren aufkommen müssen.

Für Ivonne Ramirez war das Maß nach diesem Sturm voll, auch wenn ihr Haus und ihre Klinik Maria fast unbeschadet überstanden hatten. Dennoch entschied sie sich im Juli 2018, Puerto Rico zu verlassen und einen neuen Job als Klinikleiterin bei Ä¢¹½´«Ã½ in Miami anzunehmen. Ä¢¹½´«Ã½žIch hatte erkannt, dass ich nicht noch einmal eine solche Situation durchstehen würde. Aber ich habe viel gelernt in den Wochen und Monaten nach Maria. Und ich sehe die glücklichen Gesichter der Menschen, denen wir geholfen haben, noch immer vor mir. Diese Erinnerungen kann mir niemand nehmen.Ä¢¹½´«Ã½œ

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